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...oder ein Plädoyer für scheue Katzen(aktualisiert im April 2006) In all den Jahren mit Rocky und Tigi habe ich immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, noch eine dritten Katze bei uns einziehen zu lassen. Platz hatte ich ja genug, ich wohnte ja nun alleine (geschieden, Sohn bereits erwachsen), in einer 4 1/2 Zimmer-Wohnung mit Gartensitzplatz. Ausserdem verstanden sich die Beiden leider nie besonders gut. Sie akzeptierten sich zwar, aber Rocky musste immer zeigen, dass er der Boss ist. Manchmal habe ich gedacht, vielleicht würde es besser, wenn noch eine Dritte da wäre. Aber ich habe den Schritt sehr lange nicht gewagt. Als ich mich dann, im Juni 2004, wieder mal auf der Schweizer Tierschutzseite umsah, blieb ich am Bild eines grau-weissen Katers hängen, der schon seit drei Jahren im Tierheim sass. Sein Blick hatte es mir irgendwie angetan, also schrieb ich eine Mail dahin und stellte einige Fragen zu diesem Kater. Ich bekam dann aber die Antwort, dass er jetzt endlich ein Plätzchen gefunden hätte, dass sie jedoch noch viele andere Katzen hätte, die schon lange auf ein neues zu Hause warteten und ich sollte doch einfach mal vorbeikommen... Das habe ich dann auch getan! Die Katzen die dort vermittelt werden, kommen fast alle aus dem Tessin. Nahe der Grenze zu Italien gibt es ein grosses Tierheim, in dem sehr viele Katzen ein Zuhause suchen. Viele von ihnen haben vorher, ohne menschlichen Kontakt, in den Kastanienwäldern gelebt und sind deshalb sehr scheu. Da die Vermittlung dort schwierig ist, holt die Frau eines Tierarztes immer mal wieder ein paar von diesen scheuen Katzen zu uns in die Deutschschweiz. Hier sind die Chancen auf einen neuen Platz um einiges höher. Unter eben diesen scheuen Katzen sah ich ihn dann, diesen weiss-roten Kater und man kann sagen, es war Liebe auf den ersten Blick! Er hatte sich zuunterst und in der hintersten Ecke in einem Korb versteckt, die Ohren flach am Kopf, mit grossen angstvollen Augen. Ich habe mich zu ihm gesetzt und mit ihm geredet. Er hat mich aufmerksam, aber mit sehr ängstlichem Blick angeschaut und..... ich habe mein Herz verloren! Ich habe es mir dann trotzdem noch 2 Tage überlegt, aber dann war für mich klar, dieser soll's sein! Da er auch sehr sozial zu seinen Artgenossen war und man ihn sehr gerne an einen Ort vermitteln wollte, wo bereits Katzen vorhanden sind, hatte ich die Hoffnung, dass die Zusammenführung klappen könnte, da meine Beiden als Freigänger ja auch andere Katzen bereits kannten. Also habe ich mich an einem Freitag Abend im Juni 2004 aufgemacht und habe diesen Kater, der jetzt Miccio heissen sollte, abgeholt. Zuhause angekommen stellte ich seinen Korb ins Arbeitszimmer, wo er auch einen Kratzbaum mit Höhle, diverse Rückzugsmöglichkeiten, ein Klo und sein Fressen hatte. Als ich den Korb öffnete, gab es schon etwas gefauche von meinen zwei "Alteingesessenen", aber da Miccio so ängstlich war und gar nicht darauf reagierte, war er für die zwei eigentlich schnell uninteressant und das Leben ging für sie im fast gewohnten Trott weiter. Nach etwa drei Wochen, die Miccio fast nur im Kratzbaum und hinter dem Sofa verbracht hatte, und ich viel mit ihm geredet, ihn aber sonst nicht bedrängt habe, taute er langsam auf und wurde jeden Tag etwas mutiger. Es war für mich eine grosse Freude, dies mitzuerleben. Ich kann jedem empfehlen, es zu wagen und einer scheuen Katze eine Chance zu geben. Man wird wirklich für seine Geduld belohnt! Kleines Update zu Miccio (Geschrieben im September 2007) Zu Miccio gibt es eigentlich nur zu sagen, dass er immer noch mein absoluter Sonnenschein ist :-) Auch ist er, seit meinem letzten Bericht, um einiges selbstbewusster geworden und obwohl er bei fremden Leuten immer noch sehr vorsichtig ist, flüchtet er zumindest nicht mehr gleich panisch. Und während er früher für Besucher völlig Unsichtbar blieb, kann man ihn jetzt doch des öfteren, zumindest von weitem, bestaunen :-) Er ist nun ein sehr souveräner und zuverlässiger Freigänger und wenn ich ihm draussen begegne, kommt er mir gleich freudig entgegen gelaufen, das war Anfangs auch nicht so. Ausserdem ist er ein richtiger Schmusebär und kann gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen. Ich bleibe also dabei, er ist eine echte Bereicherung für unser Leben :-)
Miccio über Miccio:
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